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Bild-App in Dittsche

Wer oder was ist Dittsche und was hat er mit der Bild zu tun?

Der ein oder andere kennt sicherlich Olli Dittrich als Dittsche, welcher nun bereits seit mehreren Jahren durch diverse Kanäle geistert. An vielen vorübergegangen ist aber möglicherweise die geheime Exklusivfolge aus 2010, welche nicht im WDR ausgestrahlt wurde, sondern lediglich online zu finden ist. In dieser Folge spielt Dittrich allerdings eher die Nebenrolle, da ihm die Hauptrolle von Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, und der neuen Bild App weggeschnappt wird.
Diese Folge ist nämlich wahlweise ein tolles Stück Branded Entertainment oder sehr intensives Product Placement.

Die Reaktionen darauf waren gemischt (siehe auch diesen Beitrag des tagesspiegels). Gerade treue Dittsche-Fans begegneten dem Ausflug in die Werbung eher kritisch – zumal die Bild-Zeitung, obgleich ihrer großen Leserschaft, kein positives Image besitzt. Andere wiederum bejubelten den selbstironischen Auftritt des Chefredakteurs.

War die vom Springer Verlag initiierte Aktion nun ein Erfolg oder doch eher ein Schuss in den Ofen?

 

Bewertung

Wie so oft sind auch hier die jeweiligen Ziele zu betrachten. Da es sich bei der Bild App zum damaligen Zeitpunkt um eine Neueinführung handelte, auf die man explizite Aufmerksamkeit lenken wollte, ist die Resonanz sicherlich als Erfolg zu werten. Immerhin hat der Videoclip zumindest eine kleine Viralität entwickelt.

Die Einstellung der Zuschauer gegenüber der Marke Bild dürfte sich im Schnitt allerdings nicht zum Positiven entwickelt haben. Zu offensiv ist das Auftreten des Produkts und zu negativ die Marke Bild behaftet. Eine Ausnahme bildet sicherlich die Zielgruppe der Bildleser, welche aber nicht primäre Zielgruppe der Aktion gewesen sein, da diese auch einfacher auf anderen Kanälen erreicht werden konnte.

Was hätte man also besser machen können?

Im Fall der Bild App wäre ein dezenteres Auftreten (etwa als Poster im Hintergrund) sicherlich effektiver gewesen, zumal die Folge generell sehr mit Werbeklischees spielt (mehr dazu am Ende). Das Ziel der Aufmerksamkeit hätte man hierbei zwar nicht so gut erreicht, die Reputation und Kaufwahrscheinlichkeit aber positiver beeinflusst.

Soweit zumindest unsere spontane Bewertung.
Bei Gelegenheit werden wir dieses Beispiel sicherlich noch einmal intensiv mit unserer Software bewerten (das Ergebnis sollte in seiner Tendenz gleich sein, allerdings kann man dann noch klarere Aussagen treffen). Allerdings gilt auch hier: Ohne die Hintergründe und Ziele der Bild-Macher zu kennen, ist eine finale Bewertung quasi nicht möglich. Letzten Endes müssen neben der Werbewirkung zudem die tatsächliche Reichweite (mittlerweile nicht mehr klar nachvollziehbar) sowie die Kosten (sowieso nicht bekannt) berücksichtigt werden.

Wir finden allerdings, dass die Aktion in jedem Fall einen Blick wert ist!

 

 

Sonstiges Product Placement

Spannend ist Dittsche und vor allem diese Folge aber auch hinsichtlich der anderen scheinbaren Produktplatzierungen. So wird das iPad im Rahmen der App-Präsentation sehr offensichtlich benannt und präsentiert. Dass Apple hiervon wusste halten wir für unwahrscheinlich. Auch das Bier der „Burdinski Bräu“ wird sehr explizit eingebunden – hierbei handelt es sich allerdings um eine Fantasiemarke, benannt nach dem verstorbenen Mit-Produzenten Dietmar Burdinski.

Die Art und Weise wie diese Produkte eingebunden wurden, hebt allerdings erneut den satirischen Charakter der Serie hervor. Für den uninformierten Zuschauer sind dies allerdings klare Produktplatzierungen, was sich auch auf die Wahrnehmung aller weiteren Marken auswirkt (in der Regel negativ).

 

Weitere aktuelle Dittsche-Folgen gibt es übrigens hier in der WDR-Mediathek: Hier klicken.

Titelfoto © Kerstin Lorbetzki (CC BY-SA 3.0)

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Jens Kürschner

Autor: Jens Kürschner

Jens Kürschner ist Gründer und Geschäftsführer von Placedise. Als Experte für Konsumentenverhalten und Medien-Enthusiast ist er maßgeblich für das Produkt-Know-How verantwortlich. In unserem Blog wird dieses Wissen sowie die Erfahrungen aus langjähriger Forschung und Studium mit Ihnen geteilt.

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