Magazin

Digitales Product Placement – Hype oder Zukunft?

Digitales Product Placement ist in aller Munde – zumindest hat man dieses Gefühlt, wenn man sich in der Branche umhört. Doch auch bei der Bevölkerung, bzw. zumindest den Massenmedien kommt das Thema langsam an – siehe etwa dieser Beitrag bei Puls: Hier klicken.

 

Worum geht es?

Bei digitalem Product Placement wird die Produktplatzierung nachträglich digitalen in den Rahmeninhalt eingefügt. So wurde in nachfolgendem Videobeispiel beispielsweise ein Werbebanner für Levi’s Jeans nachträglich in ein Musikvideo integriert.

 

 

Es stellt sich natürlich die Frage, ob es sich hierbei nun lediglich um einen vorübergehenden Hype oder doch eher die Zukunft von Product Placement handelt. Hierzu wollen wir zunächst einen kurzen Blick auf die Vor- und Nachteile der Maßnahme werfen.

 

Vorteile

  1. Die Einbindung des Placements kann ohne den üblichen Zeit- und Organisationsdruck erfolgen, da das Produkt nicht direkt am Set integriert wird und die Einbindung nicht mit den üblichen Filmprozessen synchronisiert werden muss.
  2. Der künstlerische Schaffungsprozess wird nicht gestört. Der Regisseur und die Schauspieler müssen sich bei der eigentlichen Produktion nicht auf das Produkt einstellen und können sich voll und ganz dem Film widmen
  3. Die Produktplatzierung kann im Detail ausgesteuert werden. Während die Ausgestaltung des Placements im klassischen Fall von vielen Personen beeinflusst wird und vorab selten perfekt planbar ist, hat man bei einer nachträglichen Bearbeitung alle Fäden in der Hand.
  4. Durch die detaillierte Ausgestaltung kann das Placement auch perfekt optimiert werden. So können etwa auch die Ergebnisse von Placedise-Analysen umfassend berücksichtigt werden, um die Werbewirkung und damit den Erfolg der Maßnahme zu maximieren.
  5. Die Produktplatzierung kann theoretisch jederzeit wieder entfernt oder aktualisiert werden. Natürlich können bereits gepresste Datenträger nicht nachträglich verändert werden. Bei einer Ausstrahlung im Fernsehen oder über das Internet ist ein Update der Werbeinhalte durchaus möglich.
  6. Theoretisch können Inhalte somit auch dynamisch an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden (ähnlich Suchmaschinenmarketing).

 

Nachteile

  1. Digitales Product Placement kann nicht ohne weiteres intensiv in den Plot (die Story) integriert werden. Eine umfassende Interaktion der Darsteller mit dem Produkt ist meist ebenfalls nicht möglich (einfaches ansehen, berühren, etc. ausgenommen).
  2. Die Möglichkeiten der Ausgestaltung sind fix durch den bereits fertigen Inhalt limitiert. Es können keine zusätzlichen Inhalte in Form neuer Szenen eingefügt werden. Soll das Auto also plötzlich in einer Verfolgungsjagd durchs Bild flitzen anstatt einfach im Hintergrund zu stehen, ist dies nicht länger möglich.
  3. Entsprechend sind auch die Möglichkeiten für Placements vorab bereits gegeben und können nicht geschaffen werden. Werden in dem Film keine Handys genutzt, hat auch digitales Placement wenig Aussicht auf Erfolg. Bei klassischen Platzierungen besteht die Möglichkeit, diese Situationen zu schaffen.

 

Fazit

Digitales Product Placement kann klassische Maßnahmen nicht voll und ganz ersetzen, da gerade komplexere Platzierungen nur sehr schwer nachträglich in Inhalte integriert werden können. Weiterhin ist zu bedenken, dass auch digitales Product Placement nur möglich ist, wenn die Content-Produzenten und/oder die Distributoren dies ermöglichen. Hier wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, bis das Thema in die bisherigen Prozesse fest integriert ist.

Die umfassenden Möglichkeiten hinsichtlich der detaillierten Ausgestaltung und Optimierung lassen allerdings aufhorchen und sind Grund genug, damit das Thema langfristig noch viel stärker an Bedeutung gewinnt. Wer sich bereits mit unserem Angebot auseinandergesetzt hat, weiß, dass der Werbewirkungserfolg von vielen Parametern abhängig ist, die man bei klassischen Platzierungen oft nicht im Detail in der Hand hat. Bei einer nachträglichen Integration kann man das Erfolgs-Potenzial somit noch besser ausschöpfen.

Da das Ganze damit nicht nur für werbetreibende Unternehmen spannend ist, sondern auch für Vermarkter und Inhaltsproduzenten viele Vorteile bietet, ist dies sicherlich kein kurzfristiger Trend, sondern wird ein fester Bestandteil der Marketing-Zukunft werden.

Die beeindruckenden Möglichkeiten sind nicht nur durch obiges Beispiel ersichtlich, sondern lassen sich auch gut durch die vielen Tricksereien bei aktuellen Filmen und Serien erahnen:

 

 

Titelfoto by http://www.flickr.com/photos/intelfreepress/

Der Beitrag gefällt?
Teilen Sie Ihn!
Bewerten Sie diesen Beitrag!
Digitales Product Placement – Hype oder Zukunft?
Ø 5; 29 Votes
Jens Kürschner

Autor: Jens Kürschner

Jens Kürschner ist Gründer und Geschäftsführer von Placedise. Als Experte für Konsumentenverhalten und Medien-Enthusiast ist er maßgeblich für das Produkt-Know-How verantwortlich. In unserem Blog wird dieses Wissen sowie die Erfahrungen aus langjähriger Forschung und Studium mit Ihnen geteilt.

Verwandte Beiträge

Reichweite allein ist kein Leistungsindikator!

Maßnahmen müssen messbar sein, um ein Unternehmen effizient und effektiv steuern zu können. Im Bereich von Product Placement muss man hier feststellen, dass in vielen Fällen einzig und allein auf die Reichweite einer Maßnahme (in Kombination mit den jeweiligen Kosten) geachtet wird. Doch Reichweiten-Zahlen allein sind kein Indikator für Erfolg und somit nicht zur Erfolgsmessung geeignet! […]

Bild-App in Dittsche

Wer oder was ist Dittsche und was hat er mit der Bild zu tun? Der ein oder andere kennt sicherlich Olli Dittrich als Dittsche, welcher nun bereits seit mehreren Jahren durch diverse Kanäle geistert. An vielen vorübergegangen ist aber möglicherweise die geheime Exklusivfolge aus 2010, welche nicht im WDR ausgestrahlt wurde, sondern lediglich online zu finden ist. In […]